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Im Jahr 1922 kam das erste Karatebuch der Welt – das Ryukyu Kenpo Karate von Funakoshi Gichin – auf den Markt. Seit diesem wichtigen Datum ist die Zahl der Karate-Publikation nahezu explosionsartig angestiegen. Jedes Jahr finden sich neue Bücher in den Regalen. Eigentlich eine recht positive Entwicklung, so sollte man meinen.

Bei den meisten allerdings handelt es nicht gerade um innovative Werke, die mit neuen Erkenntnissen aufwarten. Lehrbücher mit Anleitungen, wie Hand- und Fußtechniken richtig auszuführen sind, sowie Beschreibungen von Kata und deren Anwendungsbeispiele gibt es inzwischen en masse. Exemplarisch für das Shotokan haben Nishiyama (1960), Nakayama (1966), Kase (1974) und Kanazawa (1981) – Lehrbücher geschrieben. Für den deutschsprachigen Raum haben beispielsweise Seydel (1961), Pflüger (1969) und Wichmann (1983) gute Fachbücher veröffentlicht. Warum ist es also notwendig, immer wieder neue Bücher aufzulegen, die aber inhaltlich nicht wirklich etwas Neues bringen? Sicherlich gibt es finanzielle und verbandspolitische Motivationen. Aber einen Sinn macht es dennoch nicht. Allein für den Zeitraum 2000 bis 2010 lassen sich mindestens acht, aus Deutschland stammende Neupublikationen ausfindig machen: alle mit Shotokan-Bezug.

Darüber hinaus gibt es einen anderen wichtigen Punkt, der viel zu selten ernst genommen und von einigen Verlagen nicht ausreichend geprüft wird: Plagiarismus. Viele Autoren schreiben ab, ohne die Quelle zu nennen. Vor einer Kaufentscheidung sollte man daher immer mit dem entsprechenden Bewusstsein genau prüfen, ob ein Buch tatsächlich den Kauf wert ist.

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