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„Nach Altem forschen heißt das Neue zu verstehen“. Das hat seinerzeit schon Funakoshi Gichin (1868-1957) gesagt. Von unschätzbaren Wert für den Hoplologen und aktiven Kampfkünstler ist daher die Beschäftigung mit alten Büchern und Schriftstücken. Das gilt sowohl für die nahezu vergessenen europäischen Ringkampf- und Fechtkünste als auch für die weltweit bekannteren ostasiatischen Kampfmethoden. Die hoplologische Forschung ist bemüht diese historischen Quellen zu sichten, zu beschreiben und zu übersetzen.

Für den chinesischsprachigen Raum haben vor allem Henning (1981), Kennedy (2001) sowie Kennedy/Guo (2005) umfangreiche Übersichten alter Schriften zusammengetragen, die bis in das 16. Jahrhundert zurückreichen. Noble (1995) hat eine wertvolle Übersicht über historische Karatebücher erstellt, die man heute größtenteils, wenn auch nur sehr schwer, in japanischen Antiquariaten bekommt. Auch Bittmann (1999) diskutiert in seiner Darstellung zum geistigen Hintergrund des Karate vor allem frühe originalsprachliche Quellen.

Neben den Klassikern Sunzi Bingfa (Die Kunst des Krieges), Hagakure, Budo Shoshinshu, Bubishi und Bansenshukai gelten auch Teile der neueren Literatur als äußerst wertvolle Werke. Liebhaber und Sammlerstücke aus dem 20. Jahrhundert sind beispielsweise die Werke von Funakoshi Gichin (1922, 1925, 1935), die sehr selten in zumeist japanischen Antiquariaten für Preise zwischen 4.000 und 10.000 USD angeboten werden. Das Hawaii Karate Museum, das inzwischen seine über 700 Bücher und Magazine an die Universität Hawai’i übergeben hat, ist schon seit Jahren auf der Suche nach entsprechenden Originalen.

„The Book of the Sword“ des britischen Orientalisten und Urvater der Hoplologie, Richard Francis Burton (1821-1890) ist heute ein seltenes Sammlerstück, das zwischen 900 und 1.200 Euro angeboten wird. Die Erstausgabe des Buches von Friedrich Dörnhöffer mit dem Titel „Albrecht Dürers Fechtbuch. Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des allerhöchsten Kaiserhauses“, Verlag Tempsky & Freytag, Wien & Leipzig aus dem Jahr 1910 kommt hingegen nur auf 1.700 Euro. Robert Trias seltenes Opus Magnum „The Hand is My Sword“ von Sandmar House (1959) wird um die 750 USD gehandelt. Englischsprachige Frühwerke, wie Norman (1905) und Harrison (1913) sind ähnlich rar und erzielen bei einem Verkauf hohe Beträge.

Weiterführende Literatur:

Bittmann, Heiko (1999): Karatedo. Der Weg der Leeren Hand. Meister der vier großen Schulrichtungen und ihre Lehre, Verlag Heiko Bittmann

Henning, Stanley E. (1981): The Chinese Martial Arts in Historical Perspective, in: Military Affairs. 45 (Dec. 1981), S.173-178.

Noble, Graham (1995): The First Karate Books, in: Fighting Arts International, Nr. 90, S. 19-23

Kennedy, Brian (2001): An Introductory History of Xing-yi Training Manuals, in: InYo: Journal of Alternative Perspectives / EJMAS, Oct 2001

Kennedy, Brian / Elizabeth Guo (2005): Chinese Martial Arts Training Manuals. A Historical Survey. Berkeley, CA: North Atlantic Books

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