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„In days gone by the samurai learnt jujutsu with the same spirit and object in view as they learnt to use a sword, but of late it has been developed into a system of athletics and mental and moral training …“ schrieb einst Francis James Norman 1905 in seinem Buch „The Fighting Man of Japan„.  Damit legte Norman seinerzeit eines der frühesten Werke über japanische Militärgeschichte und Kampfmethoden in englischer Sprache vor.

Norman gilt nachweislich als einer der ersten Europäer, der in den japanischen Kampfkünsten ausgebildet wurde.  Schon Journalist, Autor und Judoka Ernest J. Harrison (1873-1961) berichtete in seinem „The Fighting Spirit of Japan“ 1913 über Norman, er sei vielleicht der einzige Ausländer, der seinerzeit ernsthaft Kenjutsu trainierte.

Viel war über das Leben und Wirken von F.J. Norman nicht bekannt. Erst Autor und Kendoka Alex Bennett hat in akribischer Forschungsarbeit diese Wissenslücke geschlossen. In „The FJ Norman Saga-The Final Chapter?“ beleuchtet Bennett (2006) viele Facetten von Normans Leben.

Demnach wurde F.J. Norman 1855 in Indien geboren. Aus einer Soldatenfamilie stammend, trat er 1876 er in die britische Armee ein. Von 1877 bis 1882 war in Großbritannien stationiert, bis 1887 wieder in Südasien. 1888 kam er schließlich nach Japan, wo er drei Jahre lang  an der First High Middle School in Tokyo Englisch unterrichtete. Von 1894 bis 1899 lebte er in Etajima (Hiroshima), das seit 1888 Standort des Imperial Naval Colleges ist.

In den 1890er Jahren kam er schließlich mit den Budokünsten und vor allem mit dem japanischen Schwertkampf in Berührung. Sein Lehrer war ein gewisser Umezawa. In seinem 1905 publizierten Buch, das 2003 wieder aufgelegt wurde, widmet sich F.J. Norman neben dem Kenjutsu auch dem Sumo sowie dem Jujutsu und informiert die englischsprachige Welt erstmalig umfassend über diese Aspekte der japanischen Kultur.

Ich selbst habe das erste Mal von Norman gehört, als ich im Jahr 2000 in einem Antiquariat im Tokyoter Buchviertel Kanda eine äußerst teure Originalausgabe seines Pionierwerkes in den Händen hielt.

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