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Auf vielfache Bitte ein Auszug aus dem Interview mit Otsuka Yasuyuki, Soke des Meifu Shinkage-Ryu. Die komplette Version kann bei „toshiya. Karate, Kampfkunst & Kultur“ (Nr. 1, 2010) bestellt werden.

Shuriken sind bei uns im Westen hauptsächlich als Waffen der Ninja bekannt. Hatten früher auch Samurai-Krieger solche Waffen in ihrem Repertoire?

Es ist ein großes Mißverständis, dass Shuriken ausschließlich eine Waffe der Ninja waren. Ursprünglich führten Ken-Jutsu (Schwertkunst)-Schulen Shuriken auch in ihrem Lehrplan. Neben schneidend-ziehenden Bewegungen, die man mit dem Schwert ausübt, wurde das Schwert in Notfallsituationen auch geworfen. Diese Wurftechnik ist als ein Ursprung des Shuriken-Jutsu anzusehen. Sobald der Kämpfer allerdings sein Schwert geworfen hatte, verlor er seine wichtigste Waffe. Aus diesem Grund wurden kleinere Wurfwaffen entwickelt, die neben dem Schwert zum Einsatz kamen.

Was unterscheidet Shaken (sternförmige Wurfgeschosse) von den sogenannten Bo-Shuriken (Bolzen mit ein- oder beidseitigen Spitzen)?

Der Gebrauch von Wurfsternen ist nicht sehr anspruchsvoll. Allerdings ist seine Form sehr komplex und die Herstellung daher aufwendig und teuer. Darüber hinaus ist das Mitführen der Wurfsterne eher unbequem, da sie an allen Seiten eine Spitze haben. Daher trugen Samurai und Ninja gewöhnlich nur ein oder zwei Wurfsterne mit sich. Bo-Shuriken hingegen sind nicht nur unproblematisch zu tragen sondern darüber hinaus auch einfach herzustellen. Ihr Einsatz jedoch verlangt ein Höchstmaß an Geschick und Technik.

Otsuka Yasuyuki

Es heißt, dass Shuriken-Meister Bo-Shuriken durch die Mitte einer Münze werfen konnten. Aber wie exakt und auf welcher Entfernung wurden Shuriken tatsächlich effektiv eingesetzt?

Die Reichweite von Shuriken liegt bei maximal sieben Metern. Auf diese Entfernung ist es einem Meister möglich sein Ziel zu treffen.

Können Sie uns ein wenig über Ihren Lehrer erzählen?

Someya Chikatoshi wurde in der Präfektur Chiba in Japan geboren. Seine Familie stammt von einem alten Samurai Clan ab. Seit seiner Kindheit hat er sich im Ken-Jutsu geübt. Sein Lehrer hier war Meister Yoshio Sugino (1904-1998), Oberhaupt der Katori Shinto Ryu. Neben seinem Training und seiner Arbeit als Arzt hat Someya Sensei tiefgründige Forschungen über alte japanische Waffen durchgeführt.

Das Foto wurde freundlicherweise von Otsuka Yasuyuki zur Verfügung gestellt.

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