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Bereits 1929 hat Fritz Rumpf (1888–1949), „Pionier der deutsch-japanischen Kulturbeziehungen„, in „Yamato. Zeitschrift der deutsch-japanischen Arbeitsgemeinschaft“ den ersten auf Deutsch erschienenen Beitrag über das Ninjutsu (Nachdruck 2008 in „YAMATO. Aufsätze aus der Zeitschrift der Deutsch-Japanischen-Gesellschaft der Jahre 1929-1932“, Verlag Wolfgang Ettig) verfaßt.

In Rahmen meiner Recherche nach deutschsprachigen Quellen der japanischen Kampfkünste vor 1945 bin ich kürzlich auf einen weiteren, frühen Beitrag über das Ninjutsu gestoßen, der sich womöglich auf Rumpfs Artikel von 1929 bezieht. Demnach war das Ninjutsu „[u]rsprünglich lediglich ein Zweig des Diebes- und Räuberhandwerks“, das im 12. Jahrhundert zu „einem Werkzeug der Kriegsspionage umorganisiert“ wurde. Weiterhin heißt es darin, dass zu den Eigenschaften der im „Kundschafterwesen“ geschulten unter anderem „Gewandtheit, Selbstbeherrschung [und] Körperkraft“ gehörten.

Dieser kurze enzyklopädische Beitrag stammt aus dem, vom Berliner Japanologen Martin Ramming (1889-1988) in Berlin herausgegebenen und wesentlich mitverfassten, Japan-Handbuch von 1941, das laut dem deutschen Japanologen und Koreanisten Bruno Lewin (1924-2012) bis weit in die 1970er Jahre hinein „eine unschätzbare Quelle der Information“ (Nachrichten der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens 126 (1979), S. 7-9) geblieben ist. Ramming selbst war im Übrigen unter anderem von 1930 bis 1932 Schriftleiter der Fachzeitschrift Yamato, bei der Rumpfs Pionierbeitrag über das Ninjutsu 1929 erschienen ist.

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