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Neulich hatte ich wieder ein Exemplar meiner Diplomarbeit von 2003 in der Hand, die 2007 unter dem Titel „Kultur als Determinante der Wirtschaft? Unternehmensphilosophien in Japan“ von IUDICIUM Verlag in München veröffentlicht wurde. Seinerzeit hatte ich das kulturelle Einflusspotential auf wirtschaftliche Prozesse untersucht. Im Kapitel „Historischer Abriss“ komme ich auf die Verbindung von den moralischen Verhaltensrichtlinien der Samurai zu den modernen Unternehmensphilosophien zu sprechen:

„Die Unternehmensphilosophien haben in Japan eine lange Tradition, wobei sich machen Verbindungen bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen lassen. In dieser Zeit besaßen zahlreiche einflussreiche höhergestellte Familien vom Oberhaupt des Hauses niedergeschriebene und an die jüngeren Familien- oder Clanmitglieder adressierte, moralische Verhaltens- und Richtlinien, um das Wohlergehen und die Kontinuität der Gemeinschaft sicherzustellen. … Erst während der Edo-Zeit (1603-1868) übernahmen zahlreiche Kaufleute die Idee der Formulierung derartiger Dokumente und die Verwendung für ihre Zwecke. Die Idee des Familienmottos wurde für ein Unternehmen nutzbar gemacht.“

Ein „Widme dich den Kampfkünsten und kultiviere das treue, tugendhafte Herz eines wahren Samurai“ wurde so schließlich zu einem „Widme dich fleißbewusst deiner Arbeit und beweise deiner Firma deine Treue“.

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