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Am 30. November 2013 fand zum ersten Mal der „Okinawa-Tag“ in Düsseldorf statt. Diese besondere Veranstaltung konnte dank der Zusammenarbeit des Japanischen Generalkonsulats und dem Institut für Modernes Japan der Heinrich-Heine Universität (HHU) im kürzlich eröffneten „Haus der Universität“ in Düsseldorf abgehalten werden. Ein HOPLOblog-Gastbeitrag von Thilo Böwer

Der Besuch der Veranstaltung war kostenlos. Vor allem an Japan und Okinawa interessierten Studenten der Heinrich Heine Universität und der allgemeinen Öffentlichkeit wollte man mit diesem Event die Präfektur Okinawa, gesondert vom Rest Japans, vorstellen.

Unter dem Motto „Okinawa, das andere Japan“ konnten die Besucher sich ein Bild vom „japanischen Paradies“ Okinawa machen, indem sie den Vorträgen der Studierenden und Professoren des Instituts für Modernes Japan lauschten, oder ganz konkret durch die Musik und Karate-Vorführung ein Stück Okinawa erleben.

Neben den Studierenden und Lehrenden des Instituts für Modernes Japan und den Veranstaltern des Japanischen Generalkonsulats waren auch einige Ehrengäste anwesend, wie zum Beispiel der japanische Generalkonsul Herr Kaoru Shimazaki, Herr Univ.-Prof. Dr. Axel Buchner, Okinawas Honorarkonsulin Frau Yukari Uchima und Studenten aus der Präfektur Okinawa. Nach ein paar kurzen Grußworten stellte Herr Adam Jambor dem Publikum in seinem Vortrag kurz Grundlegendes zu Okinawas Geschichte und Kultur vor.

Bevor es mit dem zweiten Vortrag „Leben und Studieren auf Okinawa“ von Studenten der Heinrich-Heine Universität und der Ryukyu-Universität weiterging, in dem über die Beschwerlichkeiten und Annehmlichkeiten des alltäglichen Inselleben berichtet wurde, nahm Herr Nagato Sakihara die Anwesenden mit in die Welt der traditionellen okinawanischen Musik. Gesang wurde begleitet von dem traditionellen okinawanischen Instrument „Sanshin“, eine Art Gitarre mir drei Seiten.

Kurze Pausen waren ebenfalls eingeplant. So konnten sich nicht nur die bis zu 170 Gäste erfrischen, man hatte so auch Zeit die Bühne für die folgende Karate-Vorführung eines Düsseldorfer Karate-Vereins (Wado-Ryu) unter der Leitung von Herrn Shuzo Imai, zu räumen.

Daran knüpften die Vorträge von Herrn Prof. Dr. Shingo Shimada (HHU) und Frau Prof. Dr. Michiko Mae (HHU) an, in denen es vor allem um die geopolitischen Bedeutung Okinawas (unter dem aktuellen Hintergrund des Inselstreits zwischen China und Japan) und die Besonderheiten der Literatur Okinawas ging.

Den Abschluss bildete Herr Simon Essler, der in seinem Vortrag „Okinawas Esskultur“ einige Besonderheiten der okinawanischen Küche thematisierte und verschiedene Gerichte vorstellte.

Nach diesem gelungenen Abschluss der Veranstaltung unter dem Motto „Okinawa, das andere Japan“ waren die Gäste zwar gesättigt mit neuen Informationen und Eindrücken und der Geist war bedient, doch nach solch einem abschließenden Vortrag über Okinawas herzhafte Küche knurrte nun natürlich nicht wenigen der Magen und für das leibliche Wohl musste ebenfalls gesorgt werden, wozu sich auf dem Weihnachtsmarkt, der vor dem Haus der Universität in vollem Gange war, reichlich Gelegenheit bot.

Der „Okinawa-Tag“ war alles in allem eine sehr gelungene Veranstaltung mit bis zu 170 Besuchern. In den Vorträgen wurde Okinawa mit seinen tropischen Stränden nicht nur als „japanisches Paradies“ beworben. Die Attraktivität, die von der tropischen Insel Okinawa ausgeht wurde von den Schattenseiten, die in den Vorträgen ebenso thematisiert wurden, klar kontrastiert.

So befinden sich zum Beispiel seit Ende des 2. Weltkrieges heute immer noch viele US-amerikanische Militärbasen auf der Insel, die das harmonische Leben auf der Insel beeinträchtigen. Ebenso fürchten die Okinawaner ihre Sprache und die damit verbundene kulturelle Identität zu verlieren.

So konnte sich jeder sein eigenes Bild machen, was Okinawa ist, bzw. was es zu seien scheint – doch eines ist Okinawa auf jeden Fall: Eine interessante Insel mit vielen Gesichtern.  Wenn allein das angekommen ist, dann war der „Okinawa-Tag“ schon ein voller Erfolg, denn genau das hatte man sich zur Aufgabe gemacht – Okinawa bekannt zu machen und in das Bewusstsein der Leute zu holen.

Es ist bereits angedacht, die Veranstaltung, ggf. in einem jährlichen Rhythmus zu wiederholen. Ob es aber tatsächlich dazu kommt, steht noch nicht fest.

Das Foto wurde freundlicherweise von Thilo Böwer zur Verfügung gestellt.

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