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Heiko Bittmann gehört nicht zuletzt seit seiner viel beachteten Dissertation „Karatedô. Der Weg der Leeren Hand“ (1999) zu einer der wichtigsten deutschen Experten auf dem Gebiet der Lehre und der Geschichte des Karate. Im Jahr 2000 folgte mit „Die Lehre des Karatedô“ eine komprimierte aber nicht weniger lesenswerte Version seines Erstlingswerks für „all diejenigen, die sich für die japanische Kultur im allgemeinen und innerhalb dieser insbesondere für die traditionellen Wege der Kampfkünste interessieren“. Mit seinem Buch „Geschichte und Lehre des Karatedô“ (2017) liegt nun eine überarbeitete und erweiterte Neuauflage dessen vor.

Eine neue Auflage macht vor allem dann Sinn, wenn neue Erkenntnisse vorliegen. So hat Bittmann sein Buch von 2000 überarbeitet und es um eine ausführliche Darstellung der Geschichte des Karatedô – beginnend im 14. Jahrhundert – ergänzt. Auf Basis eigener Recherchen und neuen Forschungsergebnissen nutzt er dabei in der westlichen Literatur bisher unbekannte Quellen, wie beispielsweise das Reisetagebuch satsuyû kikô von 1801. Mithilfe zahlreicher Originalquellen zeigt er in seinem neuen Kapitel darüber hinaus, dass Waffenverbotsmaßnahmen in Ryûkyû differenzierter zu betrachten sind und diese nicht allein als ein Grund für die Entwicklung von indigenen Kampfmethoden zu werten sind.

Die Geschichte des Karate war seit jeher geprägt von falschen Annahmen, Missverständnissen und Fehlinformationen. Erfreulicherweise werden diese auf der Grundlage tiefgründiger, wissenschaftlicher Bemühungen nach und nach korrigiert. Wer sich auf den aktuellen Stand der Forschung in Bezug auf die Geschichte und Lehre des Karatedô bringen möchte, sollte Bittmanns Neuauflage unbedingt lesen. Vor allem im deutschsprachigen Raum gibt es derzeit nicht viele gute fundierte Arbeiten zum Karate, die wirklich neue Erkenntnisse liefern. Bittmanns Buch ist auf jeden Fall eine davon und daher äußerst empfehlenswert.

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