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Grundsätzlich bin ich ja eher skeptisch, wenn es um neue Lehrbücher und technische Anleitungen geht. Denn was können neue Lehrbücher eigentlich bieten? Mit welchen neuen Erkenntnissen können sie aufwarten? Das bisherige Angebot, in dem Übungsformen und Anwendungsbeispiele beschrieben werden, ist sehr umfangreich und bedarf kaum irgendwelcher Erweiterungen.

Leif Hermansson und Andreas Quast haben nun unlängst zwei umfangreiche Lehrbücher zum Okinawa Kobudo vorgestellt. Die beiden Bände Okinawa Kobudo Volume 1 und Okinawa Kobudo Volume 2 beinhalten auf insgesamt mehr als 800 Seiten den kompletten technischen Kobudo-Lehrplan der WTMAS (The Society for Traditional Martial Arts) vom 6. bis zum 4. Kyu (Band 1) sowie vom 3. Kyu bis zum 1. Dan (Band 2). Beschrieben werden sowohl Grundtechniken als auch mehr als 80 Kampfszenarien (Kumite) sowie 15 Kata für sechs Kobudo-Waffen: , Sai, Tonfâ (in Band 1+2), Nunchaku, Kama und Tekkô (in Band 2).

Aber warum lohnt es sich, einen Blick in diese beiden neuen Bände zu werfen? Nach Informationen von Co-Autor Quast sind dies „die ersten und einzigen umfassenden Bücher“ zum Kobudo-Stil von Inoue Motokatsu (1918-1993) in englischer Sprache. Inoue selbst hatte zwischen 1972 und 1983 eine mehrbändige Serie auf Japanisch und Englisch veröffentlicht, deren Ausgaben allerdings äußerst schwer erhältlich sind. Vor diesen Hintergrund stellen die Bücher von Hermansson/Quast unzweifelhaft eine wertvolle Informationsquelle für den Kobudo-Praktiker dar. Band 1 bietet neben einem Vorwort darüber hinaus eine Biographie von Inoue-Lehrer Taira Shinken (1897-1970) sowie von Co-Autor Hermansson, der 1977 mit dem Kobudo-Training bei Inoue begonnen hatte. Fazit: Alles in allem sind die beiden Bände ein solides Werk und – sowohl für den fortgeschrittenen Anfänger als auch für den Fortgeschrittenen – eine gute Grundlage für eine ernsthafte Beschäftigung mit dem Okinawa Kobudo.

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